Schulfrei wegen Bombenverdachts
Grundschüler der Niels-Stensen-Schule werden in Gemeinderäumen betreut
Die 200 Grundschüler der katholischen Niels-Stensen-Schule in der Schweriner Feldstadt haben heute (Freitag, 20. Januar 2012) und am kommenden Montag (23. Januar 2012) keinen Unterricht. Hintergrund sind die von der Landeshauptstadt Schwerin veranlassten Untersuchungen zum Bombenverdacht unter der Bodenplatte der 1978 erbauten Turnhalle in der Schäferstraße. Die Kinder dürfen zu Hause bleiben oder werden im Bernhard-Schräder-Haus, Klosterstr. 26, zu den normalen Schul- und Hortöffnungszeiten betreut. „Schulfrei ist für die meisten Schüler immer etwas Tolles, stellt aber Eltern und in diesem besonderen Fall auch die Erzieher vor besondere Herausforderungen. Dank gilt deshalb der katholischen Propsteigemeinde St. Anna, die uns ihr Gemeindehaus für die Kinderbetreuung zur Verfügung stellt. Das Schräderhaus war übrigens unser altes Schulgebäude, bis die Nationalsozialisten die Schule 1939 geschlossen haben“, sagte Stiftungsdirektor der Bernostiftung, Thomas Weßler. Die Bernostiftung ist Schulträger und Bauherr der Baumaßnahmen am Schulkomplex zwischen Schäferstraße und Feldstraße.
Für rund 10 Millionen Euro wird in der Feldstadt die ehemalige Karl-Liebknecht-Schule erneuert, ein neuer Gebäudetrakt für Fachunterrichtsräume errichtet und die Turnhalle saniert. „Bereits im Vorfeld der Bauarbeiten hat die Bernostiftung über die von der Stadt Schwerin gemachten Untersuchungen zu Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg hinaus eigene Tiefensondierungen auf dem Schulhof durchführen lassen. „Es wurden insgesamt 498 Bohrungen mit bis zu 5 Metern Tiefe im Abstand von 1,30 durchgeführt“, so Weßler. Dabei seien insgesamt vier sogenannten Anomalien gefunden worden, die alle näher untersucht wurden. Eine Bombe wurde nicht gefunden. Es handelte sich bei den Funden um Metallgegenstände, wie ein verlorengegangenes Bohrgestänge oder eine Stahllaminierung in einem nicht mehr genutzten Abwasserkanal.
Die Bernostiftung hatte im Sommer 2010 auch eine multitemporale Luftbildauswertung beim Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz in Auftrag gegeben. Dabei handelt es sich um die Auswertung von Fotomaterial aus den USA, das erst seit 1989/90 zur Verfügung steht. Auf diesen Fotos können Trümmerflächen, Bombentrichter und auch Blindgängerverdachtspunkte erkannt werden. Diese Auswertung ergab einen Blindgängerverdachtspunkt auf dem Schulgrundstück in der Feldstraße und vier Verdachtspunkte auf dem Turnhallengrundstück, wobei sich einer unter der Bodenplatte befindet und die anderen in unmittelbarer Nähe der Halle. „Bei allen Punkten auf dem Schul- und Turnhallengrundstück, bis auf den jetzt noch zu Untersuchenden, konnte durch die Maßnahmen im Auftrag der Stadt Schwerin der Verdacht auf Blindgänger ausgeräumt werden“, sagte Weßler.
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