Schülergruppe aus der Oberstufe in Taizé


„Meine Hoffnung und meine Freude, meine Stärke, mein Licht…“

Mit Ohrwürmern von zahlreichen Gesängen und einem starken Gemeinschaftsgefühl sind wir, fünf Schüler und unsere Begleiter Bernhard Humpert, Maria Humpert und Antje Hlawa, nach einer Woche völliger Ausblendung des Alltags glücklich und in unserem Glauben bekräftigt aus dem internationalen Pilgerort Taizé im französischen Burgund zurückgekehrt.

Unsere freudigen Erwartungen hatten sich von Anfang an bestätigt. Nach einer 13-stündigen Fahrt durch Deutschland und halb Frankreich im gemieteten Autobus wurden wir sofort von der außergewöhnlichen Atmosphäre der Communauté de Taizé ergriffen. Mit 1000 anderen Jugendlichen unterschiedlichster Herkunft und Kultur folgten wir einem Tagesablauf, der an den Lebensrhythmus der ökumenischen Brudergemeinschaft angepasst ist. Deren Gesänge und Gebete prägen die Andachten, für die sich alle Menschen dreimal am Tag in der Kirche versammeln. Besonders abends baute sich für uns hierbei eine schwer zu beschreibende, fast magische Atmosphäre auf.

Jeden Vormittag gibt es in den verschiedenen Altersgruppen eine Bibeleinführung, bei der ein Bruder eine Bibelstelle genauer auslegt und Denkanstöße auslöst. Anschließend werden in bunt gemischten Kleingruppen Gedanken und Fragen diskutiert und Erfahrungen ausgetauscht. Im Laufe der Woche wurde durch immer persönlicher werdende Gesprächsthemen und wachsendes Vertrauen ein intensives Gemeinschaftsgefühl innerhalb der Gruppe hervorgerufen.

Am Nachmittag werden anfallende Arbeiten wie Tischdienst, Müll-Sammeln oder das Putzen der Sanitäranlagen verrichtet, sodass ein angenehmes Zusammenleben funktionieren kann. Dieses Arbeiten basiert auf Freiwilligkeit, doch es wird von jedem mit Verständis aufgenommen.

Zum Tagesausklang treffen sich alle Jugendlichen am Kiosk „Oyak“, an dem abends gefeiert, erzählt und gemeinsam gesungen und musiziert wird.

Besonders beeindruckend war für uns die Tatsache, dass sich über das ganze Jahr Tausende Jugendliche ab 15 Jahren aus aller Welt trotz sehr einfacher Lebensverhältnisse in Taizé treffen, um ihren Glauben zu vertiefen und neuen Leuten zu begegnen. Dazu muss jeder Einzelne lediglich Bereitschaft für offene Gespräche und Rücksichtnahme in Bezug auf Andere zeigen. Automatisch vergisst man während des Aufenthalts in Taizé jegliche Sorgen und Alltagsprobleme.

Dazu tragen insbesondere die 10-minütigen Schweigepausen in den Andachten bei, durch die sich eine innerliche Ruhe im Körper ausbreitet. Aber auch die tiefsinnigen und interessanten Gespräche ermöglichten eine innere Ausgeglichenheit oder eröffneten uns andere Blickwinkel bezüglich unserer eigenen Lebensweise. Von diesem Ort angezogen fahren viele auch mehrmals in ihrem Leben nach Taizé.

Unser einstimmiges Fazit nach dieser Reise lautet:

Wenn man sich auf Taizé einlässt und eine Verbindung zu Gott sucht, erlebt man hier eine Woche voller Emotionen und neuer Erfahrungen, die immer in Erinnerung bleiben wird.

Wenke Hlawa (Q12) und Luisa Glatzer, Imke Hlawa, Anais George, Hannah Spieß (alle Q11)





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